Wie ist „ROBESPIERRE“ entstanden?

Während meines BWL-Studiums lernte ich den Kommilitonen, Peter Steyrer, kennen, der einen Musik-Subverlag mit Ralph Siegel, dem Schlagerkönig, hatte. Ich konnte nicht verstehen, warum er sich für diese Musik begeisterte. Nach dem Studium packte ich eines Tages meine „Klampfe“, fuhr wutentbrannt in sein Büro und spielte ihm meine Songs vor und legte ihm in meiner Allgäuer Art klar: „Peter, du bist ein Depp, wenn du das nicht produzierst!“ Er sagte dazu nur: „Franz, da hast du recht!“ Während ich aufgewühlt draußen rauchte, führte er einige Telefonate und rief mir dann vom Fenster aus zu: „In zwei Wochen hast du einen Studiotermin für eine Woche in Bozen in Italien.“
Die Auflagen waren, die Songs mussten arrangiert und von einer Band sein.
Jetzt hatte ich genau das umgekehrte Problem anderer Musiker, die sich um einen Plattenvertrag bemühen: Ich hatte einen Plattenvertrag und keine Band! Der Zufall half mir! Ein mir damals nicht bekannter Studiomusiker von Ralph Siegel rief mich an und fragte mich, nachdem er erfuhr, dass ich sehr wertvolle akustische Gitarren besitze, ob er sich für einen Studiotermin eine ausleihen dürfte. Als er mich besuchte, spielte ich ihm auch meine Songs vor. Er sagte: „Geiles Material, so etwas würde ich auch gern einmal machen!“ Ich erzählte ihm mein Problem, dass ich in etwas über einer Woche schon im Studio sein muss. Er war begeistert und meinte, dass er weitere Studiomusiker kenne, die neben der Studioarbeit gerne richtig anspruchsvolle Musik machen würden, die könne er sicher dafür begeistern.
So war es dann auch: Er schrieb eine Woche lang Arrangements, ich mietete am folgenden Wochenende einen freistehenden Kindergarten, in dem man laut Musik machen konnte, dort lernte ich die anderen Musiker kennen und die Band „Robespierre“ in ihrer Erstbesetzung war geboren. Eine Woche später ging es nach Bozen und das Album wurde eingespielt.

Was hat es mit dem Namen ROBESPIERRE auf sich?

Als Textdichter, Komponist und Sänger war ich von Beginn an der Mittelpunkt und der Kopf der Band. So lag es auch an mir einen Namen zu finden. Ich wollte keinen modernen, gut klingenden Marketing-Namen haben, er sollte vielmehr Symbol sein, Inhalt besitzen oder etwas charakterisieren. Der Name „Robespierre“ faszinierte mich von Anfang an. Ich hatte damals nur die oberflächlichen Geschichtskenntnisse über ihn, die tendenziell immer noch verbreitet werden, hier schwarz/weiß dargestellt: Einfacher, schüchterner Rechtsanwalt, der sich als Menschenfreund, ja Pazifist, für das Volk einsetzt, dabei mit eiskalter Logik erbarmungslos vorgeht und dadurch als Massenmörder auf der Guillotine endet. Mich beschäftigte diese Entwicklung, die ein Mensch in einer an sich guten Sache durchlaufen kann und suchte parallele Strukturen. Durchlaufen wir nicht selbst auch alle paar Jahre Entwicklungsstufen in denen wir uns verändern, wo wir oft unseren gesamten Freundeskreis umwandeln, ja sogar Familienstrukturen neu anordnen? Hier liegt es doch an uns wie erbarmungslos wir mit unserem Mitmenschen umgehen oder ob wir für ihn Verständnis zeigen! Schlummert so gesehen nicht in jedem von uns in der Veränderung irgendwie ein „Robespierre“ ?
Das war für mich ein ganz großes Symbol: Lernen aus seinem Leben und die Veränderung, vor purem Engagement, nicht umkippen zu lassen und fehlzuleiten. Kurz:
Robespierre, der wir oft sein müssen, anders sein! Den Mitmenschen trotz eigener Interessen und angewandter Logik nicht aus dem Auge zu verlieren! Gemeinsames finden, dann bleibt keiner auf der Strecke!

In deiner Bio steht, dass du bereits mit 11 Jahren ins Kloster gesteckt wurdest. Im Kloster hast du auch in einer Musikband gespielt. Wie war die Zeit für dich?

Die ersten Jahre im Kloster verstrichen eintönig und trist:
Täglich um 6:00 Uhr aufstehen, kurze Studierzeit, Morgenmesse, Schule, Spielzeit, Studierzeit, um 20:00 Uhr wieder zu Bett. Doch dann hörten wir die Beatles im Radio. Wir gründeten eine Band, obwohl keiner ein Instrument besaß. Doch wir hatten die Rollen bereits verteilt. Mit meinem Taschengeld ersparte ich mir ein Schlagzeug und die anderen bekamen zu Weihnachten Gitarren. Wir erhielten die Erlaubnis, statt während der Spielzeiten Sport zu treiben, ins Musikzimmer zu gehen. Wir übten „auf Teufel komm raus“ und ich versuchte bereits die ersten Akkorde auf der Gitarre, die ich den anderen abgeschaut hatte. „König Beat“ hatte mich gerufen und ich folgte ihm von nun an auf Schritt und Tritt!
Während dieser Zeit bauten wir im Hobbyraum Lautsprecherboxen, denn ich bekam zum Geburtstag einen Verstärker geschenkt. Das war die Gesangsanlage. Die Gitarren schlossen wir an alte Radios an, deren Lautsprecher schon bald nur noch verzerrten. Doch wen kümmerte es? Hauptsache, die Töpfe machten nicht ganz schlapp! Die langweilige Zeit war vorbei, wir lebten auf die Nachmittage zu, in denen wir uns mit unserer Musik beschäftigen durften.
Es änderte sich sichtbar unsere Kleidung, die plötzlich sehr bunt und hippie-blumig wurde, doch am auffälligsten waren natürlich unsere neuen Frisuren. Da begann der Kampf: Wir mussten zum Haarschneiden und wollten nicht, deshalb wurden wir von einem Mönch zum Frisör begleitet. Wir trugen Buttons an unseren bunten Hemden, „Make Love Not War“ oder „Save Water Bath With A Friend“, die wir abnehmen mussten, denn mehr als eine der farbigen Holzhalsketten war nicht erlaubt. Wer gegen diese Anordnung verstieß, musste ins Rektorat. Einmal zählte der gute Frater Direktor nicht weniger als 18 Halsketten an mir, was mir mehrere Stunden nächtliches Strafestehen an der Wand einbrachte.
Wir spielten und ... ja brüllten Songs von den Beatles, Stones, Kinks und anderen Interpreten, so etablierten wir uns bei Schulfeiern und Klosterfestlichkeiten zum Vorzeigeobjekt. Doch bald erhielten wir einen Rüffler, denn einige Songs unseres Repertoires wurden auf den Index gesetzt, wir durften sie nicht mehr spielen. Da begann ich heimlich, während der Studierzeiten, selbst Texte zu schreiben, meldete mich, dass ich zur Toilette musste, lief statt dessen ins Musikzimmer und suchte eine Melodie dazu. Diese Songs kannten die Mönche nicht, sie wussten auch nicht, dass sie von mir waren, so hatten wir geistige Freiheit. Mein damaliger Gedanke war: Komponieren macht frei!
Nachträglich betrachtet, war dies eine wunderbare Zeit der Selbstfindung, ein Kampf um eigene Ideale, in der zum ersten Mal eine Jugendkultur, die Hippieära, Wegweiser in eine andere Denkweise war. Sie eröffnete mir, dass eigenes kreatives Schaffen, die Weichen von stupiden Tagesabläufen ins geistige Glück stellen.

Du hast nach der Schule das Lehramtsstudium begonnen, welches Du komplett beendet hast. Erst dann hast Du den ersten Plattenvertrag mit einem Label abgeschlossen. War es die Entscheidung Deiner Eltern, das Studium zu beenden?

Nach der Schule war es die Entscheidung meiner Eltern, dass ich BWL studiere. Ich sollte möglichst schnell Mitarbeiter im eigenen Betrieb werden, da bei einem Verkehrsunfall meine beiden Großeltern tödlich verunglückt waren und mein Onkel dachte, dass er das Unternehmen kaum alleine führen könne. Schicksalsergeben fügte ich mich ihrem Willen. Ab dem vierten Semester bemerkte ich immer mehr, dass die Betriebswirtschaft mit meiner musischen Veranlagung und Denkweise nur schwer zu vereinbaren war. Ich beschloss deshalb das Studium noch fertig zu machen, um einen Abschluss zu haben, rechnete aber insgeheim darauf, dass sich die Situation zu Hause inzwischen soweit eingespielt hatte, dass man mich im Betrieb nicht unbedingt brauchte.
Diese Rechnung ging auf. Dann begann ich ein Lehramtsstudium, da ich mir einbildete, dass mir dieser Beruf Zeit genug für die Musik lassen würde. Ich nahm wieder Kontakt mit meinem ehemaligen BWL-Studienkollegen auf, der inzwischen ein Label sowie einen Musikverlag hatte und spielte ihm meine Songs vor. Das brachte mir binnen kürzester Zeit einen Plattenvertrag ein. Eigentlich wollte ich Berufsmusiker werden, doch mein Problem war, dass gerade mein Sohn geboren war und meine damalige Frau und die ganze Familie darauf beharrten, dass ich einen „ordentlichen“ Beruf zum Unterhalt der Familie ergreife sollte. Mir blieb nichts anderes übrig als guten Willen zu zeigen und die Lehramtsprüfungen zu machen. So wurde ich Lehrer.
Nachdem sich inzwischen das Album gut verkaufte, dachte ich, dass dies meine Chance ist, um abzuspringen und Profi zu werden. Deshalb bewarb ich mich im folgenden Schuljahr um keine Stelle. Verschlagen behauptete ich, dass ich gerne Lehrer gewesen wäre, aber es gäbe keine Anstellung für mich. Nun sei es wohl schlauer die Zeit zu nützen, um mich um meine Band zu kümmern.
Wie der Teufel es wollte, hatte ich bereits im November einen Anruf vom Staatlichen Schulamt München, mit der Mitteilung, dass ihnen ein Lehrer abginge und sich ein Schulrat besonders für mich eingesetzt hatte, weil ich ein so moderner und netter musischer Mensch wäre! Ausgerechnet meine Schwiegermutter nahm dieses Telefonat an, weil sie gerade bei uns zu Besuch war! Schulrat und Schwiegermutter schafften es, dass ich damals in München der einzige Lehrer auf Vertrag wurde, ein Zustand, den es eigentlich nicht gab! Auf diese Weise rutschte ich in der folgenden Zeit ins Schulsystem und mein Traum vom Musikprofi war zunächst ausgeträumt.
Es war also ein ganzes Bündel an Menschen, das über mich Entscheidungen traf, die ich wegen der Sicherheit der Familienversorgung vernunftmäßig akzeptieren musste.

Das erste Album „Hard Blood“ verkaufte sich über 30.000 Mal. Kannst Du Dich noch an den Moment erinnern, als Du die erste CD in den Händen gehalten hast?

Ein neues Album ist wie ein neues Baby, das man zum ersten Mal in den Händen hält. Es ruft bei mir immer zwiespältige Gefühle hervor:
Es ist etwas Neues, das man geschaffen hat, die gegenständlich gewordenen geistigen Ergüsse, das Ende einer Schaffensperiode, das einen mit Stolz und Freude erfüllt. Andererseits weiß man, es wird ab dem Veröffentlichungstermin ins „Leben“ hinaus gehen und es muss sich dort zurecht finden, soll von anderen Menschen akzeptiert, noch besser beachtet oder am besten geliebt und bewundert werden. Jedes Album, und das war bereits beim „Hard Blood“ Album so, ist auch immer wie eine Bitte oder Aufforderung des Künstlers an die Fans, ihn zu verstehen. Es geht ihm hier um Preisgabe und Öffnung, weil es sehr persönliche „Herzblutalben“ sind, die zwischen den Zeilen viel über ihn verraten.
Wenn man so ein Album zum ersten Mal in den Händen hält, ist es also neben der Freude auch die Frage, wie viel Verständnis und Begeisterung ihm wohl entgegengebracht wird!

Kurz darauf hast Du auch Dein erstes eigenes Label gegründet? Warum dieser Schritt? Wolltest Du Dein eigener Herr sein?

Zur Zeit der Gründung meines eigenen Labels musste ich mein eigener Herr sein! Wenn du heute bei einer Firma vertraglich gebunden bist, so wird erwartet, dass du die Arbeit die dir aufgetragen wird termingerecht und ordentlich erfüllst. Ich konnte dies zu diesem Zeitpunkt nicht. Als Lehrer, mit einer freien Zeiteinteilung, konnte ich zwar nachmittags und in den Ferien die Erwartungen erfüllen, doch war ich trotzdem ziemlich eingeschränkt. Die meisten Live-Aufzeichnungen fanden vormittags, ganztags oder gar in einer anderen Ecke Deutschlands statt und waren somit für mich kaum mehr wahrnehmbar.
Am einfachsten war es deshalb, mein eigenes Label zu gründen in der Schule auf Teilzeit zu gehen und mein eigener Chef zu sein. Ich hatte somit mehr Zeit gewonnen und konnte meinen Terminplan selbst gestalten. Das war zwar ein Mehraufwand, doch ich konnte meine Musik weiter betreiben und in freierem Rahmen am Markt teilnehmen.

Drei weitere Alben folgten. Wie würdest Du die „Robespierre“-Musik persönlich beschreiben?

Ich denke der Reiz an der Robespierre-Musik liegt daran, dass so viele Seelen in meiner Brust schlummern. Ich bin nicht festgelegt auf einen Musikstil und der Song, der auf ein Album kommt, hat mir und meinen Musikern einfach gut gefallen. Rock und Folk sind klare Favoriten, aber Robespierre-Fans sind sicher auch nicht erstaunt, wenn ein A - Cappella Stück, ein Rock´n Roll oder ein gesungenes Gedicht, vielleicht auch ein Popsong auf einem Album zu hören ist. Vielleicht verändert Robespierre seine musikalischen Farben ein bisschen wie ein Chamäleon, doch egal welche Farbe gerade leuchtet, du erkennst immer Robespierre!
Ich setze mich auch nie an die Gitarre mit dem Vorsatz ein Lied zu komponieren. Alle Songs sind in oder durch eine konkrete Situation entstanden, sei es durch Ereignisse oder ein Buch, das mich gerade beschäftigt. Dies alles versuche ich wieder in Symbole, Geschichten oder Satire zu verpacken, um es an meine Freunde gesungen weiterzugeben. Somit ist Robespierre-Musik eine sehr persönliche Musik und an den, der den Schlüssel dazu findet, schon fast die Preisgabe von privaten Vertraulichkeiten.

Alle drei Alben enthielten Songs, die in diversen amerikanischen Songwriter Wettbewerben das Finale erreichten. Woher kommt der große Erfolg in Amerika?

Es hat mich selbst erstaunt und erfreut, dass ich in diesen Wettbewerben, bei der hohen weltweiten Beteiligung, ich glaube inzwischen 17-mal ins Finale kam. Auffällig ist, dass drei meiner Satire Songs in die Endausscheidung der Kategorie „Comedy Songs/Novelty“ gevotet wurden. Dazu kann ich nur sagen, die Amerikaner lieben offensichtlich meine Art von Humor. Ich kam auch mit „Bonfire In Sight“ in das Finale der Kategorie „Best Words“, was wiederum darauf schließen läßt, dass es die Robespierre-Texte sind, die gut ankommen. Doch auch dies scheint nur eine einseitige Vermutung zu sein, da ich mehrere Male auch ins Finale der Kategorie „Best Group“ gelangte und deren Auswahlkriterien sind die Qualität, Güte oder künstlerische Gestaltung der Arrangements der Lieder.
Mit mehreren Werken war ich in der Kategorie des „Acoustic Open Genre“, weil die Jurioren offensichtlich witzigerweise nicht mehr wussten, welchem Stil sie diese Songs zuteilen sollten, doch sie haben ihnen eben gefallen! Ich denke, dass dieses „Acoustic Open Genre“ so ziemlich die beste Erklärung über den dortigen Erfolg der Robespierre-Musik abgibt:
Qualität, gekonnte Arrangements und gute Texte erwartet man heutzutage einfach von einer guten Band. Diese Punkte können viele erfüllen. Sicher schätzen die Amerikaner an Robespierre die textliche Tiefe , den Humor und Witz, mit musikalischer Vielseitigkeit gepaart.

Am 04.Oktober 2013 wird das neue Album “Carpet Ride“ veröffentlicht. Es ist das erste Album nach Deiner 3-jährigen Pause. Brauchtest Du die 3-jährige Pause, um die Reserven wieder aufzufüllen?

Die lange Pause lässt tatsächlich auf eine „künstlerische Regeneration“ schließen. Doch tatsächlich sind die Band und ich von ungebremstem Tatendrang erfüllt!
Wir wollten ein neues Album schaffen, das sich, nicht nur musikalisch sondern auch technisch qualitativ auf höchstem Niveau befindet. So kam Walter, mein Schlagzeuger, auf die Idee, dass wir das Aufnahmeprogramm von Logic auf ProTools wechseln sollten. Damit begann eine Odysee!
Ich wusste, dass ich, wenn ich den Lehrerberuf an den Nagel hängen würde, mehr Zeit dem Studio widmen konnte. Also brachten wir das Programm, das Mischpult, die Mikrophone, die Outboards und Instrumente auf den professionell höchsten Level, dann sollte aber auch die Akustik des Studios perfekt sein. Alles ist nur so gut wie das schwächste Glied in der Kette.
Wir engagierten also einen Akustikarchitekten. Es begann eine zeitverschlingende Periode in der Studiopläne erstellt wurden, eine Baufirma kam, die die Wände versetzte, nach den erneuten Messungen wurden dann die Akustikwände erstellt. Doch nicht genug, die Firma, welche die technische Studioeinrichtung installieren sollte, war nicht sofort abrufbar. Die Lieferungen aus den USA enthielten nur die Hälfte der Objekte, die wir bestellt hatten, und diese kamen über den langsamen Seeweg, ebenso die reklamierten Nachlieferungen. Auf diese Weise verging Monat um Monat. Tatsächlich hielten wir uns auch von Konzerten frei, damit wir sofort die Aufnahmen beginnen konnten, wenn alles installiert ist. Für unsere Fans sah es vielleicht wie eine regenerative Pause aus, denn wir versprachen die ganze Zeit über, dass wir ein neues Album machen würden und aus deren Sicht passierte nichts. Sicher wunderten sich die meisten bereits darüber, denn wer uns kennt weiß, dass wir keine ausgelaugten Jungs sind, die schöpferische Pausen benötigen.

Wie groß sind Deine Erwartungen an die neue Platte?

Das Album „Carpet Ride“ ist wirklich mein Teppichflug, ein Symbol in mehrfacher Hinsicht!
Für Robespierre ist es so wichtig wie es die „Eroica“ für Beethoven war. Klang vorher alles nach Mozart, so klingt es bei ihr zum ersten Mal nach Beethoven. Ich denke auch ich habe meine Identität mit dem Album noch stärker gefunden und vertieft. Es bevorzugt keinen spezifischen Musikstil, der sich, wie so häufig, durch das ganze Album zieht. Es ist eine Hommage an die musikalische Palette die mir gefällt, mit Schwerpunkt Rockmusik in der, bei jedem Song, unüberhörbaren „Robespierre-Couleur“. Robespierre-Fans lieben Abwechslung und Überraschungen, sie sind echte Zuhörer, genießen Melodien und anspruchsvolle Texte. Das Album erfüllt diese Erwartungen. Es sind auch die Anforderungen, die ich selbst an mein neues Album gestellt habe. Ich konnte schon viele Menschen für meine Musik begeistern und fühle mich mit meinen Fans verbunden, denn es muss eine „Wesensgleichheit“ vorhanden sein, um sich zu erkennen und zu mögen! Ich hoffe natürlich, dass „Carpet Ride“ in die Herzen vieler Menschen schwebt und sie als neue Robespierre-Freunde gewinnt!

Für Deine Single „Carpet Ride“ ging es in die Abbey Road Studios nach London zu deinem Freund dem Grammy Gewinner Sean Magee. Wie habt ihr Euch kennen gelernt?

Sean Magee hat in den Abbey Road Studios das ganze „Carpet Ride“ Album bearbeitet, nicht nur die Single! Das vorab.
Ich hatte einige Zeit zuvor mit „Penguin In The Air“ einen No. 1 Radio Hit, in London, dem Song mit dem häufigsten Airplay, bei einem Stadtsender. Es folgten daraufhin mehrere Einladungen für Live-Radio-Shows. Ich hatte sogar eine 10-minütige Sendung am Sonntag in der ich kuriose Nachrichten aus Bayern mit englischen Humor gewürzt erzählte: „Tales from Darkest Bavaria!“. Bei jedem Besuch gab es ein großes Büffet im Sender und es waren jede Menge Leute eingeladen. Ich lernte hier auch den Councillor von Ost-London, Michael White, kennen. Es fiel damals bereits öfters der Name Sean Magee mit dem Einwurf, dass dieser stilistisch der ideale Mann zur Bearbeitung eines neuen Robespierre-Albums wäre. Als wir die Aufnahmen des „Carpet Ride“ Albums beendet hatten, erinnerte ich mich daran. Ich rief im Abbey Road Studio an und fragte nach ihm. Er zeigte sich sehr interessiert an der Robespierre Musik und der „fresh air“ die wir in das Rock-Pop-Folk Genre brächten. Während des Masterns gingen wir zum Essen und stellten fest, dass seine „Englische Mentalität“ von meiner „Allgäuer Mentalität“ gar nicht weit entfernt ist. So erzählte er mir, dass er jeden Tag, Sommer oder Winter, 80 Meilen mit seinem Motorrad in die Abbey Road fährt. Ich sagte ihm, dass könnte ich mir zu Hause auch vorstellen, durch Eis und Schnee zum heißen Rock!
Wenn man längere Zeit gemeinsam im Studio verbringt, ergeben sich selbstverständlich Gespräche, natürliche auch schroffe Scherze, vor allem wenn man spürt, dass man den gleichen Humor oder die ähnliche Denkweise besitzt.
Sean masterte später auch noch die „Unplugged Version“ der Singleauskopplung „Carpet Ride“, so dass wirklich jeder Song des Albums auch seine Handschrift trägt!

Gehst du auf Album -Tour? Wo kann man Dich überall live erleben?

Meine Band und ich haben uns, durch den Studioneubau und die Albumaufnahmen, die vergangenen drei Jahre tatsächlich rar gemacht und nur sehr wenige Live-Konzerte gegeben. Drei Jahre sind im Musikgeschäft eine lange Zeit und viele unserer ehemaligen Kontaktpersonen sind nicht mehr an ihren Plätzen, ebenso mussten wir feststellen, dass es einige richtig schöne Locations nicht mehr gibt, die zur Präsentation unserer Musik gepasst haben. Wir sind gerade daran, uns ein neues Netzwerk zu erstellen. Einfacher wäre es natürlich eine entsprechende Agentur zu finden. Die Hauptpräsentation von „Carpet Ride“ wird deshalb ab dem nächsten Frühjahr stattfinden.
Unsere traditionellen Konzerte in München, wie das „Robespierre´s Forst Kasten Festival“ im Sommer, „Robespierre´s Rocktorium“ um Weihnachten herum oder der Kultfreitag im Herbst, die spielen wir natürlich immer, die Termine werden in unserer Homepage stehen, können natürlich auch unserer Facebook-Site oder der örtlichen Presse entnommen werden.
Es häufen sich auch immer mehr Veranstaltungen, zu denen ich innerhalb eines Rahmenprogrammes eingeladen werde. Privatbuchungen zu Konzerten oder Feiern über unsere Homepage nehmen wir gerne entgegen.